Etappe 35: Bogen – Deggendorf

28 km

911 km gesamt

Wegmarkierung: Donau-Panoramaweg

Diese Etappe war gänzlich anders als alle bisher gelaufenen. Sie hätte – abgesehen von den ersten drei Kilometern und von der Kulisse der 1000m-Gipfel des Bayerischen Waldes – auch irgendwo in Norddeutschland, an der Weser oder der Elbe verlaufen können. Die Landschaft platt wie ein Nudelbrett, konnte ich auf dem Deich der Donau mit schnellen Schritten gute Kilometer machen. Allerdings galt es zunächst, von Bogen aus den Bogenberg zu bezwingen, den Heiligen Berg der Niederbayern, wo jeden Pfingstsonntag seit 500 Jahren ein mit rotem Wachs dekorierter 12 m hoher Fichtenstamm hinaufgetragen wird, und zwar SENKRECHT !!! Ich habe mit meinem Rucksack schon genug an der Steigung zu kämpfen, komme schließlich oben an und genieße die Aussicht auf die Donau, die majestätisch da unten vorbeifließt. Nun, zu Ihrer Majestät werde ich mich dann wieder herablassen und denRest des Tages, immerhin 25 km, auf dem Deich ohne jegliche Höhenmeter wandern.

In Mariaposching treffe ich auf meinen Vater, der mich seit Cham wieder begleitet und für die Logistik im Hintergrund sorgt. Wir machen eine Brotzeit und schauen uns das alte Fährboot an, das seit 1927 in Betrieb war, im letzten Jahr wegen Überladung aber gesunken ist und seitdem nutzlos an der Anlegestelle liegt. Ein schwerer Schlag für das kleine Dorf, denn was das Fährschiff in wenigen Minuten schaffte, dazu braucht man jetzt mit dem Auto über eine halbe Stunde. So werden Welten auseinandergerissen.

Die quirlige und lebendige Stadt Deggendorf empfängt uns – ein schöner großer Stadtplatz im Zentrum … und ein neues Paar Wanderschuhe, da die alten nun wirklich den Geist aufgeben. Ich hatte gehofft, sie würden diese Tour noch durchhalten, aber dem scheint nicht so zu sein.

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