Etappe 17: Fladungen – Mellrichstadt

Etappe 17: Fladungen – Mellrichstadt

25 km / 444 km gesamt

Wegmarkierung: Blaues Andreaskreuz (Europäischer Fernwanderweg E3 / E6))

Vorab ein Gedicht, was in meiner Pension an der Wand hängt. Es gefällt mir so gut und es spiegelt auch wieder, was ich auf dieser Etappe erlebt habe. Auf die vielen Sauen in Königshofen kann ich mich derzeit nur freuen – ob es stimmt, werde ich erst 2016 erfahren.

Mellerschd hat’s Feld …Mellrichstadt hat viele Fluren

Mürschd hat’s Geld …..die Münnerstädter Bürger sind reich

Fladungen hat’s Holz …..Fladungen ist waldreich

Neuschd hat’n Stolz …..die Neustädter sind etwas hochnäsig

Kissingen hat’s Salz …..Kissingen hat das Heilwasser

Königshofen hat’s Schmalz …..die Bauern aus Königshofen haben viele Sauen

Böscheme hat’n Fleiß …..in Bischofsheim wird gearbeitet

So hast den Rhöner Kreis

Die letzte Etappe für diesen Abschnitt: Nach einem guten Frühstück in der Pension breche ich auf, durchquere noch einmal den kleinen historischen Stadtkern von Fladungen und verlasse den Ort hinter dem Museumshof in Richtung Sands. Da meine Wanderkarte kurz hinter Fladungen aufhört, und es nicht möglich war, das Anschlussblatt zu kaufen (wird neu aufgelegt, ist vergriffen), hat meine Wirtin mich noch mit zwei Fotokopien ihrer Wanderkarte ausgestattet. Es geht weitgehend parallel zu einer kaum befahrenen Landstraße durch den Wald, stellenweise auf Wegen, die wohl lange nicht mehr gepflegt wurden. Aber die Markierung mit dem blauen Andreaskreuz ist eindeutig.

Schließlich komme ich in Sands an, einem kleinen Ortsteil von Fladungen, und bewundere zuerst das liebevoll herausgeputzte Feuerwehr-Museum. Dem klitzekleinen Schuppen gegenüber steht das neue Feuerwehrgerätehaus, kaum größer, aber mehr als ein TSA steht da auch nicht drin. Weiter gehts durch den Wald, ich überquere einen kleinen Bachlauf und bewältige einen steilen Anstieg nach Unterfilke. Das kleine Dorf unmittelbar an der Grenze zu Thüringen wird jedoch nur am Rande durchwandert. Am Waldrand geht es entlang und leicht bergab zur Grundmühle, erneut über die Sulz und ein Stück entlang einer Landstraße. Dann noch einmal ansteigend und durch Wald bis hinauf zur Lichtenburg. Hier kehre ich ein und mache Rast. Gestärkt steige ich von der Burg ab, überquere ein drittes Mal die Sulz und folge ihr schließlich bis in den Ort Stockheim. Damit habe ich den E3 verlassen, denn dieser macht, bevor er Mellrichstadt erreicht, noch einen großen Schlenker nach Norden. Ich spaziere durch Stockheim und anschließend entlang der Streu auf einem breiten Wirtschaftsweg nach Mellrichstadt.

Die Stadt erreiche ich schließlich durch eine Kleingartensiedlung, dann umrunde ich sie entlang der Stadtmauer, bis ich am nördlichen Ende in die Innenstadt und Fußgängerzone komme. Ein sonderbares Gefühl überkommt mich. Liegt es daran, dass meine Tour für dieses Jahr nun zu Ende ist? Oder liegt es daran, dass außer mir kaum ein Mensch durch die hübsche Innenstadt spaziert. Vielleicht fehlen mir hier auch einfach die Bäume und das viele Grün, das ich in der letzten Woche genießen durfte. Also suche ich den Weg zum Bahnhof, treffe da auf die letzte blaue Andreaskreuz-Markierung, von der ich mich gebührend verabschiede, hole mir im Bahnhofskiosk noch etwas zu trinken und steige in den Zug nach Schweinfurt und Würzburg.

Etappe 17

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